RICHTUNG FEDERER?

Gedanken über Thiem’s Entwicklung in 2017

Es ist noch nicht Zeit, endgültige Schlüsse zu ziehen, noch 2 Masters, ein ATP 500 und WTF zu spielen. Aber das Ende der Saison kommt immer näher. Und Thiem sammelt eine bittere Niederlage nach der  anderen.  Sollen seine Fans fürchten, dass etwas schief geht?

Ich denke,  das Gegenteil stimmt! I Das Spiel entwickelt sich immer wieder, aber die Schwelle ist noch nicht erreicht. Es wird aber immer näher.

Wir sind gelernt, die Spieler nach den Resultaten  – Ranking, Titel – einzuschätzen.  Ja, das ist das ultimative Ziel für jeden Spieler. Sieht das dieses Jahr so schlimm aus für Thiem? Nur 1 Turniersieg, mehrere bittere Erstrundenpleiten. Aber irgendwie ist das Gesamtresultat gar nicht schlecht – immer wieder Top10. Immer wieder hohe Position im Race to London. Eigentlich sind beide Ziele so gut wie gesichert. Warum dann also nicht auf Weiterentwicklung setzen, um in der nächsten Saison größere Schritte nach oben machen zu können?

Letztes Match in Tokyo ist ein gutes Beispiel. Das Match verloren aber wie viele Verbesserungen im Spiel! Immer wieder versucht Dominic (und immer wieder mit besserem Erfolg), neue Techniken und Aspekte des Spiels durchzusetzen. Steht nahe an der Grundlinie. Spiel mehr Bälle mit Händchen. Dropshots. werden immer besser und spektakulärer. Aggressive Rückschläge (zum Teil ähnlich zu Federer’s SABR) mit steigender Zahl von direkten Rückschlag-Winners.

Thiem’s Spiel auf hartem Belag geht in Richtung Federer, das heißt – in Richtung des Besten auf diesem Belag. Das alles mit der “alten” perfekten Bewegung und nach wie vor mit der Fähigkeit, von weit hinter der Grundlinie hart zu schlagen.

Soweit war Thiem eher geneigt, Ballwechsel zu verlängern und immer wieder Winner-Kandidaten zu schießen. Aber das geht nicht so einfach auf hartem Belag. Jetzt beginnt er das Gegenteil, Ballwechsel zu kürzen und mehr Punkte beim Aufschlag , aggressivem Rückschlag , mit Dropshots. Volleys direkt zu gewinnen oder Backhand-Slice zu spielen, um den Court für einen Winner zu öffnen.

Die Frage lautet nicht OB sondern nur WANN das alles zusammenklebt und mit mehr Selbstvertrauen gespielt werden kann. Das ist immer wieder ein Lernprozess, aber schon sehr nahe an dem Punkt, wo es regulär und konstant und dadurch mit mehr Zuversicht gespielt werden kann.

Falls Thiem vor einiger Zeit noch als reiner Grundlinienspieler mit viel Power einzustufen war, ist er heute nicht mehr. Er entwickelt sich zu einem Spieler, der sowohl  Rafa als Federer spielen kann, je nach Belag, Tagesform und Spielbedingungen sowie Gegner.  Thiem auf dem Weg zum wirklich großartigen Spieler. WENN es soweit ist, wird er ein All-courter sein, bereit, auf jedem Belag die Besten zu schlagen. Er scheint genug Geduld und Mut zu haben, um mit hohem Risiko zu spielen, bittere Niederlagen zu verdauen aber immer wieder zu lernen. Wie könnte er das alles lernen, sollte er sein bewährtes, solides Spiel mit mehr Siegen verwenden? Es ist ein guter Weg und wir alle (Dominic und seine Fans) dürfen uns freuen, demnächst Thiem um eine Klasse höher spielend zu sehen  und das bedeutet die Top-Klasse 🏺🍷🚀🌞✅.

NEU! Federer ist gerade in Shanghai eingetroffen. Vielleicht ist Dominic auch schon dort? Wäre gut, paar Stunden mit dem Maestro zu schlagen, bevor die beiden im Final aufeinander treffen 🙂 Über Shanghai wird übrigens quasi-live HIER  auf Englisch berichtet. Wird jemand an einen Bericht auf Deutsch interessiert, bitte per Kommentar oder Kontakform melden. Ich werde dann mich bemühen, möglichst zeitnah auch auf Deutsch zu berichten. Oder gleich den Bericht zweisprachig schreiben.

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5 Replies to “RICHTUNG FEDERER?”

  1. Es ist keine neue Strategie. Nur eine natürliche Umstellung auf Hardcourt. Man könnte sich fragen, ob es richtig ist, das Spiel so tief umzustellen, wenn die Saison voll im Gange ist und sich verschiedene wichtige Dinge entscheiden. Ich denke, dass es eben keine andere Möglichkeit gibt, als das im Training gelernte auf Turnieren und das gerade auf dem Belag, um welchen es bei der Umstellung geht, durchzusetzen. Einige Elemente mussten hinzukommen, damit das Spiel eben an Hard angepasst ist. Die schwanken noch und es geht auf Kosten des Selbstvertrauens. Aber sonst müsste Dominic beim alten bleiben und es nur ein wenig schleifen. Es gab schon Jahre, wo er auf jedem Belag sein Sandspiel versucht hat, zum Teil mit gutem Resultat. Das Spiel war zwar nicht das beste für den Belag aber die gespielte Technik war bewährt. Es brauch nur noch ein wenig “Kleber”, damit die Elemente zusammenpassen. Das kann bei jedem Turnier passieren, nicht unbedingt beim nächsten. Mal sehen 🙂

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